Informationsveranstaltung der ARGE Essen

Am 24. April 09 haben wir auf dieser Seite über Sinn und Zweck der Gruppeneinladungen der JobCenter in Essen berichtet und dazu aufgerufen, dass uns Betroffene ein Einladungsschreiben zukommen lassen.

Zum 30. April 09 hat das JC Essen-Süd wieder zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, zum Thema Individualprojekt. Das Vorgehen seitens des JobCenters war dieses Mal etwas anders. Die Einladungsschreiben mussten nicht wieder abgegeben werden, und die natürlich vorgefertigten Eingliederungsvereinbarungen mussten nicht sofort unter Sanktionsandrohung unterschrieben werden. Es war gestattet, die EGV nicht unterschrieben mitzunehmen, wozu jeder Hartz4 Berechtigte das Recht hat.

Der Hartz4-Berechtigte, der uns seine Unterlagen zur Verfügung gestellt hat, berichtet weiter, dass ca. 30 bis 35 Personen der Einladung gefolgt seien. Eine Mitarbeiterin der Neuen Arbeit informierte über das Individualprojekt. Nach etwa einer Stunde reihten sich die meisten geladenen Gäste ein, um ihre EGV zu unterschreiben.

EinladungProjektbeschreibung, Eingliederungsvereinbarung Teil1 und Teil2

Das Individualprojekt soll die Integration auf den 1. Arbeitsmarkt fördern, als Entgeltvariante in Vollzeit (38,5 h/w) für € 1.250/m. Durchaus attraktiv für ausgehungerte Hartz4 Berechtigte und hoffnungslose Optimisten. Die BG45 begrüßt alle Aktivitäten, die eine Chance beinhalten, einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu finden, auf Dauer, und nach 12 Monaten besteht wieder ein Anspruch auf ALG I. Oder doch nicht? Auf dem Infoblatt der Neue Arbeit ist als Dauer leider nur bekannt gegeben: „maximal 12 Monate“. Nachfragen der Teilnehmenden haben ergeben, dass der ALG I Anspruch auch bei einer Dauer von 12 Monaten im Individualprojekt nicht erworben sein soll. Oder wird von vornherein verschwiegen, dass die Dauer der Beschäftigung in der Entgeltvariante 11,5 Monate beträgt? Ohne Anspruch auf ALG I, ohne Möglichkeit der Weiterbeschäftigung?

Die BG45 bleibt dran und versucht die Fragen zu beantworten.

Das Redaktionsteam

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5 Antworten zu Informationsveranstaltung der ARGE Essen

  1. Axel Gellisch sagt:

    Hallo! Ich bin in der glücklichen Situation Anfang Juni an diesem neuen Vermittlungsprojekt teilnehmen zu dürfen! Ihre Vorabinformation ist mir jetzt dabei sehr hilfreich! Vielen Dank im voraus und mit freundlichen Grüßen…. Axel Gellisch

  2. Peter Beucher sagt:

    An diesen Scheinprojekten verdient nur einer und das ist der Träger.
    Für die Teilnehmer bleibt nur die Erfahrung und etwas Geld mehr um sich notwendige Sachen zu kaufen.
    Dann ist diese Zeit wieder schnell vorbei und eine weitere Perspektive oder Option gibt es nicht.
    Es ist nur eine Geschichte wie die mit dem Esel und der Möhre . Am Ende bekommt man das gleiche wenige Geld wie am Anfang und hat Probleme damit zurecht zu kommen, weil man sich an 200€ / 300€ mehr gewöhnt hat.

  3. Peter Beucher sagt:

    Nicht Hoffnung sondern der Protest und Demos in Berlin sollte unser täglich Brot werden.

  4. Peter Beucher sagt:

    Diese sogenannten Informationsveranstaltungen sind vergleichbar mit einem Sklavenmarkt wo man billig verkauft wird.
    Sie werden zum Nutzen der Sozialmafia genötigt zu arbeiten
    Man nennt es Teilnahme ,es dient aber dazu sie an etwas mehr Geld zu gewöhnen um sie auf dem Billiglohnsektor loszuwerden.

  5. Peter Beucher sagt:

    Darüber hinaus werden Berichte geschrieben um zu prüfen ob sie wirklich arbeiten wollen.
    Wenn sie arbeiten möchten fragt man sie warum sie dann keinen Arbeitsplatz finden.
    Man versucht ihnen die Schuld zu geben das sie hilfebedürftig sind.

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