Monatsbericht BA Oktober 2013 vorgestellt

MonatsberichtMonatsbericht Oktober 2013 über den Arbeitsmarkt durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgestellt

All die Monate wieder stellt uns die BA ihren sogenannten Arbeitsmarktbericht vor. In welchem sie meistens gute Worte für eine schlechte Botschaft findet. So auch diesmal, denn der Einleitungstext liest sich wie ein Lobgesang auf die aktuelle Wirtschaftspolitik. Die tatsächlichen Zahlen werden wie üblich verschleiert. Offiziell waren letzten Monat 2.801.000 Personen als arbeitslos gemeldet.

Der Monatsbericht 2013

Der Monatsbericht Oktober 2013 über den Arbeitsmarkt enthält durchaus interessante Zahlen, die der Öffentlichkeit durch die Mainstreammedien gerne vorenthalten werden. Wer sich den Monatsbericht einmal ruhig durchliest, wird erstaunt sein, dass die BA selber von 5,06 Millionen erwerbsfähigen Leistungsbeziehern spricht.

Hierzu muss man sagen, dass das die zusammengefasste Zahl aller ALG I- und ALG II-Leistungsberechtigten ist. In dieser Zahl stecken auch noch die Betroffenen mit drin, die in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen geparkt sind. Also im normalen Deutsch: Alle die, die an Arbeitsförderungsmaßnahmen teilnehmen. In der in den Mainstreammedien genannten Arbeitslosenzahl sind diese herausgerechnet. Denn durch die Teilnahme an einer Arbeitsförderungsmaßnahme ist man offiziell nicht mehr arbeitslos, sondern lediglich nur noch arbeitssuchend. Hierzu nennt die BA in ihrem Monatsbericht eine Zahl von 843.000 Leistungsberechtigten, auf die das zutraf.

Dann darf man nicht vergessen, dass die in der Öffentlichkeit genannte Zahl auch um die Anzahl der Leistungsberechtigten bereinigt ist, die eine Nebentätigkeit ausüben. Auch diese sind durch ihren Nebenerwerb nur noch als arbeitssuchend gemeldet.

Der Monatsbericht und die statistischen Tricks

Neben den im vorherigen Absatz angeführten Personengruppen gibt es noch Weitere, die aufgrund diverser dubioser Begründungen aus der Statistik herausgerechnet werden. Hierzu zählen:

  1. Personen, die Gemeinwohlarbeit leisten (die 1-Euro-Jobs).
  2. Leistungsberechtigte Personen, die an einen privaten Arbeitsvermittler weitergeleitet wurden.
  3. Leistungsberechtigte, die zum fraglichen Zeitpunkt (z.Z. Monatsmitte) arbeitsunfähig gemeldet sind.
  4. Leistungsberechtigte, die min. 58 Jahre alt sind, min. ein Jahr lang im Leistungsbezug stehen und min. ein Jahr lang kein Angebot für ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bekommen haben.
  5. Es gibt noch weitere Bedingungen mit denen über 57-Jährige aus der Statistik verschwinden. Wie z.B. nach zahlreichen Regelungen der Altersteilzeit, des Vorruhestandes bis hin zur Quasi-Zwangsverrentung mit 63.
  6. Alle Frauen mit Kind bis drei Jahre tauchen, auch wenn sie ausschließlich von Alg II leben, nicht in der Statistik auf.

Der Monatsbericht und die Kurzarbeit

Hier verweist die BA selber darauf, dass die Zahlen für den Oktober 2013 aufgrund des komplizierten Antragsverfahrens nur geschätzt sind. Eine statistisch abgesicherte Zahl nennt sie für den April 2013. In diesem Monat gab es 113.000 Personen, die Kurzarbeitergeld erhielten. Eine mehr als prägnante Zahl, denn die Anzahl der Kurzarbeiter ist ein deutliches Konjunkturbarometer. Dieses zeigt an, dass es um den Arbeitsmarkt doch nicht so gut gestellt ist, wie es immer öffentlich behauptet wird.

Der Monatsbericht und SGB II-Leistungsberechtigte

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass jeweils mit dem Monatsbericht über den Arbeitsmarkt die aktuelle Zahl der SGB II-Leistungsberechtigten genannt wird.

Hierzu wollen wir aus dem oben bereits verlinkten Einleitungstext der BA zitieren:

Von den 6,0 Mio. Leistungsberechtigten in der Grundsicherung sind 72% (4,3 Mio.) erwerbsfähig, 28% (1,7 Mio.) nicht erwerbsfähig. Davon sind rund 96% Kinder unter 15 Jahren. Von den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind 1,9 Mio. bei einem Jobcenter als arbeitslos gemeldet (Arbeitslose im Rechtskreis SGB II). Die insgesamt 2,8 Mio. Arbeitslosen werden zu 31% (0,9 Mio.) durch die Agenturen für Arbeit betreut (Arbeitslose im Rechtskreis SGB III). 1,0 Mio. (37%) der Arbeitslosen sind langzeitarbeitslos, darunter 0,9 Mio. (47%) im Rechtskreis SGB II.

Diese Zahlen braucht man nicht weiter zu kommentieren, sie sind dramatisch genug. Und ein deutliches Zeichen für die verfehlte Arbeitsmarktpolitik der letzten Jahrzehnte.

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