Einkommensarmut – Sie steigt und steigt!

EinkommensarmutEinkommensarmut in Deutschland – Ein Negativrekord

Die Einkommensarmut, Armut und soziale Ausgrenzung befanden sich laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes 2013 auf einem Allzeithoch.

Nach dieser sind 20,3% der deutschen Bevölkerung von Einkommensarmut, Armut und oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

Mit anderen Worten, nunmehr liegt der offizielle und nicht zu widerlegende Beweis dafür vor, dass sich Deutschland de facto von der sozialen Marktwirtschaft verabschiedet hat.

Ronald Reagan (Reaganomics) lässt herzlich grüßen!

Einkommensarmut – Die nackten Zahlen

Hierzu zitieren wir aus der o.a. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes:

Pressemitteilung Nr. 454 vom 16.12.2014:

20,3 % der Bevölkerung Deutschlands von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen

Anteil EU-weit bei 24,5 %

WIESBADEN – 20,3 % der Bevölkerung in Deutschland – das sind 16,2 Millionen Menschen – waren 2013 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. 2012 lag der Wert bei 19,6 % und ist damit seit 2008 (20,1 %) relativ konstant geblieben. Dies ist ein weiteres Ergebnis der Erhebung LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) 2013. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) darüber hinaus mitteilt, war der Anteil armer oder sozial ausgegrenzter Menschen in der gesamten Europäischen Union mit 24,5 % deutlich höher als in Deutschland.

Nach der EU-Definition für EU-SILC setzte sich der Indikator für Deutschland im Jahr 2013 aus den Prozentanteilen der armutsgefährdeten Bevölkerung (16,1 %; siehe Pressemitteilung 374/14 vom 28. Oktober 2014), der von erheblicher materieller Entbehrung betroffenen Bevölkerung (5,4 %) und der Bevölkerung in Haushalten mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung (9,9 %) zusammen. Als arm oder sozial ausgegrenzt gilt eine Person dann, wenn eines oder mehrere der drei genannten Kriterien auf sie zutreffen. EU-weit waren 16,7 % der Bevölkerung armutsgefährdet, 9,6 % erheblich materiell depriviert, und 10,7 % lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung.

Vergessen darf man bei dieser Auswertung allerdings nie, dass sich hinter den nackten Zahlen menschliche Schicksale verbergen.

Auch die hohen Zahlen EU-weit zeigen auf, dass das utopische Experiment der Eurokratie realistisch gesehen gescheitert ist. Die anstehenden weltweiten Handelsabkommen werden das Ganze noch diabolischer und menschenfeindlicher machen.

Einkommensarmut – Noch schrecklichere Zahlen

Auch diverse Nachrichtenmagazine und Tageszeitschriften haben dieses Thema aufgegriffen und verfügen anscheinend über weitergehende Informationen zum Thema Einkommensarmut. Daher greifen wir einen Bericht des Spiegel-Online auf, der die tatsächliche Dramatik der Einkommensarmut anschaulich darstellt:

Arm trotz Arbeit: Mehr als drei Millionen Erwerbstätige von Armut bedroht

Sie arbeiten, kommen aber trotzdem kaum über die Runden: Mehr als drei Millionen Erwerbstätige in Deutschland leben unterhalb der Armutsschwelle. Ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren um 25 Prozent angestiegen.

Saarbrücken – Immer mehr Menschen in Deutschland können laut Statistischem Bundesamt kaum von ihrem Einkommen leben. Ende 2013 bezogen demnach rund 3,1 Millionen Erwerbstätige ein Einkommen unterhalb der Armutsschwelle – 25 Prozent mehr als 2008. Damals hatte die Zahl noch bei rund 2,5 Millionen gelegen, wie die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung auf eine Sonderauswertung der Statistiker berichtete.

Als armutsgefährdet gilt, wer einschließlich aller staatlichen Transfers wie zum Beispiel Wohn- oder Kindergeld weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erzielt. 2013 lag diese Schwelle den Angaben zufolge in Deutschland bei 979 Euro netto im Monat.

Den Angaben zufolge konnten beispielsweise

– 379.000 der armutsgefährdeten Erwerbstätigen 2013 ihre Miete nicht rechtzeitig bezahlen.
– 417.000 verzichteten auf angemessenes Heizen.
– Rund 538.000 sparten beim Essen, indem sie nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit zu sich nahmen.
– Für rund jeden zweiten Betroffenen war der Statistik zufolge schon ein einwöchiger Urlaub im Jahr nicht bezahlbar.
– Fast 600.000 Betroffene hätten sich kein eigenes Auto leisten können.

Die zitierten Zahlen des Statistischen Bundesamts basieren auf Haushaltsbefragungen. „Die Zahl der Erwerbstätigen, die mit ihrem Einkommen knapp unter oder geringfügig über den staatlichen Hartz-IV-Leistungen liegen, ist erschreckend hoch“, sagte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, der „Saarbrücker Zeitung“. Für viele dieser Haushalte sei offenkundig das Wohngeld unzureichend, um einigermaßen über die Runden zu kommen.

Insgesamt war 2013 jeder fünfte Einwohner Deutschlands von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Das entspricht etwa 16,2 Millionen Menschen beziehungsweise 20,3 Prozent der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt im Dezember mitteilte.

Einkommensarmut – Düstere Aussichten

Man weiß bald nicht mehr, wie man diese Zahlen und die Lethargie der deutschen Bevölkerung in Bezug auf diese dramatische Fehlentwicklung in einer Hochtechnologieindustrienation verstehen soll. Es ist unverständlich, dass diese ständig steigenden Horrorzahlen niemanden mehr zu beeindrucken zu scheinen. Es wird seitens der Gesamtbevölkerung einfach stillschweigen hingenommen.

Zwar muss man den menschlichen Selbsterhaltungstrieb mit einkalkulieren, der es wohl nicht zulässt, sich um andere zu kümmern, so lange nicht die individuellen Grund- und Existenzbedürfnisse erfüllt sind. Dennoch sollte die Bevölkerung im Land der Dichter und Denker doch zu mehr fähig sein, als kollektiv in einem perversen Egowahn zu verfallen.

Hilfsbereitschaft, Solidarität, Nächstenliebe, usw. sind leider absolute Fremdwörter geworden.

Der Jammer mit der Menschheit ist, dass die Klugen feige, die Tapferen dumm und die Fähigen ungeduldig sind. Das Ideal wäre der tapfere Kluge mit der nötigen Geduld.

Truman Capote – Amerik. Schriftsteller (1924 – 1984)

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Eine Antwort zu Einkommensarmut – Sie steigt und steigt!

  1. peter-deutsch sagt:

    Der Hauptgrund , bzw. das Hauptargument der Erwerbstätigen richtet sich doch hauptsächlich gegen die sogenannten „Drückeberger“ die es sicherlich unter Langzeitarbeitslosen ( ca. 1 Mio Menschen ! ) auch in geringem Prozentsatz geben wird ! Dem Erwerbstätigen wird dabei suggeriert das gerade diese „Drückeberger“ verantwortlich sind für die hohe Steuerlast in der Sozialversicherung . Ich denke hier muss dringend Aufklärung publiziert werden , denn selbst wenn ich „unwahr“ annehme das 10% der Langzeitarbeitslosen tatsächliche „Drückeberger“ sind dann würde bei 40 Mio Erwerbstätigen eine Abgabe von ca: 2 Euro/Monat auf diese Personengruppe entfallen … eine Tatsache die den ANGRIFF ( verbal und auf Medienplattformen ! ) gegen solche Menschen vermeiden würde wenn sie Kommuniziert werden würde = wegen 2 Euro im Monat ist es schlicht UNSINN gegen ALLE Hartzer zu hetzen !!

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