Tarnen und Täuschen nach Alt (BA)

TarnenTarnen und Täuschen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA)

Herr Heinrich Alt dürfte bekannt sein. Falls nicht, er ist seines Zeichens zuständiges Vorstandsmitglied der BA für SGB II-Angelegenheiten. Als dieser betätigt er sich bei der Vorstellung einer neuen Statistik, vorsichtig ausgedrückt als Magier und Hellseher.

Wie lautet der bekannte Spruch zu Statistiken? Logisch, traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.

Tarnen nach Alt oder besser gesagt Täuschung der Öffentlichkeit

Herr Heinrich Alt scheint wirklich ein begnadeter Stratege zu sein. Immerhin bringt er es fertig, eine Statistik zu fälschen, die gar nicht existiert. Möchte er etwa damit das Bild der BA in der Öffentlichkeit tarnen?

Zur Einführung in die Materie zitieren wir zuerst eine Zusammenfassung aus der Börse-Online, da wir leider keinen Zugriff auf die Originalmitteilung der DPA haben:

NÜRNBERG/BERLIN (dpa-AFX) – Nach jahrelang steigenden Zahlen bei Klagen und Widersprüchen gegen Hartz-IV-Bescheide verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit (BA) inzwischen eine Trendwende. Bereits im zweiten Jahr in Folge seien die entsprechenden Zahlen zurückgegangen, berichtete eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag. Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung.

Wie eine Sonderauswertung der BA ergab, gingen bei den JobCentern bis Jahresmitte 272.990 neue Widersprüche und 55.070 neue Klagen ein. Das seien rund 23.000 weniger Widersprüche und rund 5000 weniger Klagen als im Vorjahreszeitraum, berichtete die BA-Sprecherin. Im Vergleich zu 2010 sei die Zahl der Widersprüche sogar um 107.000 und die der Klagen um etwa 15.000 zurückgegangen.

Das für Hartz IV zuständige BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt kommentierte am Montag die jüngsten Entwicklung mit den Worten: „Die Zahlen zeigen mir, die Trendwende ist geschafft. Das Vertrauen in die Arbeit der JobCenter wächst weiter, auch weil die Kollegen heute mit mehr Routine und Professionalität arbeiten. Zum Beispiel durch einfache und klare Sprache, durch gute und verständliche Anträge und Bescheide.“/kts/DP/jkr

Das Pikante am Tarnen nach Alt

Die statistische Sonderauswertung, die er so vollmundig medial kommentiert, wurde erstmalig im Dezember 2012 von der Bundesagentur für Arbeit erstellt und veröffentlicht. Diese enthält nur statistisches Datenmaterial für die Monate Oktober und November 2012. Die nunmehr zweite statistische Sonderauswertung, die er zur Untermauerung seiner Aussagen heranzieht, datiert vom 28.06.2013.

Leider können wir hier in diesem Beitrag auch nicht einmal auszugsweise aus diesen Sonderauswertungen zitieren. Denn sie sind gegen eine Veröffentlichung über elektronische Systeme urheberrechtlich geschützt. Aber wir dürfen darauf verlinken. Wer Interesse hat, kann sie selber lesen und sich ein Bild von den tatsächlichen Zahlen machen.

Das Tarnen ist aufgeflogen

Also, lieber Herr Alt, dann erklären Sie uns doch bitte einmal, wie Sie sich so sicher sein können, dass die Trendwende geschafft ist? Und das in einem Zeitraum von nur 9 Monaten?

Wie kommen sie dazu, eine Statistik zu bewerten, die es gar nicht gibt?

Wie kommen Sie darauf, dass das Vertrauen in die Arbeit der JobCenter weiter wächst?

Und wieso verschwiegen Sie der Öffentlichkeit, dass durch die Verschärfungen bei der Beratungs- und Prozesskostenhilfe der Zugang aller Leistungsberechtigten zu ihrem Recht auf Recht ohnehin erschwert wurde?

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