Kinder in Deutschland – Eine traurige Realsatire

KinderIIKinder in Deutschland im Allgemeinen und im SGB II-Leistungsbezug

Die Zahl der unter 15-jährigen Kinder, die im SGB II-Leistungsbezug mitgefangen sind, steigt wieder. Laut übereinstimmenden Pressemeldungen betrug deren Anzahl Ende vergangenen Jahres 1.634.095. Das ist eine Horrorzahl. Insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass dahinter Schicksale von Kindern stehen, die am allerwenigsten für ihre Lebenssituation können. Und denen vielfach durch den zwangsläufig aufgedrückten sozialen Status von vorneherein eine menschenwürdige Entwicklung verwehrt wird.

Kinder in Deutschland – Die Negativmeldung

Hier nun die Meldung:

Politik Inland
Immer mehr Kinder unter 15 Jahre leben von Hartz IV

Immer mehr Kinder unter 15 Jahren leben von Hartz IV. Wie “Bild” (Samstag) unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtet, ist die Zahl der unter 15-Jährigen in Hartz-Haushalten Ende vergangenen Jahres auf 1.634.095 gestiegen. Das waren rund 16.000 (ein Prozent) mehr als 2013 und der höchste Stand seit 2010. 343.897 Kinder waren unter drei Jahre alt, 463.179 zwischen drei und sieben, 827.019 zwischen sieben und 15 Jahre alt.

822.000 der Kinder lebten bei Alleinerziehenden Hartz-Empfängern, 807.343 in einem Hartz-Partner-Haushalt. (dts Nachrichtenagentur)

Auffällig ist bei dieser Statistik, dass sie seitens der BA nur für bis zu 15-jährige Kinder geführt wird. Was ist mit den 16- und 17-Jährigen? Zählen die nicht mehr als Kinder in SGB II-Bedarfsgemeinschaften?

Vermeintlich nicht, denn es ist die ausgewiesene Absicht der BA und Argen, diese Kinder in Ausbildungsverhältnisse zu pressen. Beispiele dafür haben wir in den vergangenen zehn Jahren alle genug erlebt.

Hinzu käme aber noch, dass sich die ausgewiesene Zahl an Kindern in Bedarfsgemeinschaften wohl drastisch erhöhen würde, würden auch 16- und 17-Jährige miterfasst.

Kinder in Deutschland – Ein Kommentar

In diesem Zusammenhang ein passender Kommentar der Internet-Portals polenum.com:

Meinung
Auf dem Rücken der Kinder
Veröffentlicht am 19. April 2015 von Andreas Heegt

Worum geht es gerade eigentlich? Geht es darum, mal wieder eitle Parteiinteressen durchzusetzen und billige politische Ablenkungsmanöver und Nebelkerzen zu zünden? Und das Ganze auf dem Rücken der Kinder. Oder geht es darum, endlich mehr für Kinder zu tun? Und damit mehr für Deutschlands Zukunft!

Alles begann mit dem Betreuungsgeld! Trotz diverser Einwände so ziemlich aller Interessenverbände, Elternvertretungen, Lehrer und Parteien (außer der CSU), wurde das Betreuungsgeld durchgedrückt. Jetzt, wo das Betreuungsgeld auf der Kippe steht, droht die CSU die bundesweite Kita-Förderung zu kippen. Aber nur für den Fall, dass das Bundesverfassungsgericht das Betreuungsgeld kippt. Nach dem kindischen CSU-Motto: wenn ich meinen Willen nicht bekomme, bekommen andere Parteien ihren Willen auch nicht. Sieht so kindgerechte Politik aus? Ekelige politische Erpressungsmanöver auf dem Rücken der Kinder auszutragen? Anscheinend ja!

Geld in Bildung pumpen – nach dem Gießkannenprinzip

Die SPD wiederum lässt sich auch nicht lumpen. Weil die CSU die Kita-Förderung kippen will, ergreift die SPD eine Gegenmaßnahme und will das Umgangsrecht für Scheidungskinder ändern. Nur zum Wohl der Kinder, natürlich! Scheidungskinder könnten dann im wöchentlichen Wechsel bei beiden Elternteilen aufwachsen: eine Woche in Flensburg bei der Mutter – die folgende Woche in Freiburg bei dem Vater. Die Kinder tingeln dann orientierungslos durch die Republik! Negative Folgen für die Kinder: nicht ausgeschlossen, aber für die SPD uninteressant!

Die Grünen setzen sich schlicht für mehr Bildungsgelder ein: wenn die (fragwürdige) Solidaritätszuschlags-Geldquelle weiter sprudelt, soll sie zum Wohle der Kinder eingesetzt werden, so der Grüne  Tenor. Quasi alles Geld in die Bildung pumpen – nach dem Gießkannenprinzip! Effizienzprüfungen oder spezielle Bildungsprogramme: nicht notwendig! Bis heute fehlt jedoch unter anderem jede schulische Früherkennungsmaßnahme und Förderung von Kindern, die von Legasthenie und Dyskalkulie betroffen sind. Kinder, die später trotz guter Auffassungsgabe beruflich scheitern, weil „spezielle“ Förderungen fehlen. Ergo: Geld in die Bildung pumpen ist gut – aber: je spezieller die Programme sind, desto besser!

Zwei Kinder sind weniger förderungswürdig

Die Linke  Bundestagsfraktion spendete Anfang des Jahres 100.000 Euro zu Gunsten des SOS-Kinderdorfs in Berlin. Und meint wohl, das sei Einsatz genug für Kinder. Ach so: Kindesarmut prangert die Linke  auch an, sie muss ihrer Linie schließlich treu bleiben. Dass Kindergeld in prekären Familienverhältnissen in Bierflaschen und Tabak statt in Kindesförderung investiert wird – für die Linke  nicht wichtig! Hauptsache die Kernforderung der Linken  steht: Kindergeld und Hartz IV anheben! Egal wofür.

Die CDU möchte jetzt das Kindergeld für Eltern ab dem dritten Kind erhöhen. Und was ist mit den ersten beiden Kindern? Sind die weniger förderungswürdig? Die Staatsausgaben dürften angesichts dieser katastrophalen CDU-Kinderpolitik in Deutschland überschaubar sein. Denn: Welche Familie leistet sich noch ein drittes Kind – wenn die staatliche Kinderpolitik weiterhin bei den ersten beiden Kindern total versagt? Wohl nur wenige Mutige!

Bei den PISA-Studien ist Deutschland – das Land der Dichter und Denker – nur Durchschnitt! Ausbildungsbetriebe suchen massenhaft Azubis – vergeblich. Deutschlands Kinderpolitik fällt in der OECD seit Jahrzehnten nicht durch Innovationskraft auf. Mehr durch antiquiertes Denken und Handeln grauhaariger PolitikerInnen! Aber über die Fähigkeit, sich gegenseitig bis zum politischen Stillstand niederzutaktieren, verfügen deutsche PolitikerInnen par excellence – OECD-weit! Wenn es sein muss, sogar auf dem Rücken der Kinder!


Gerechtigkeit betrifft immer zwei Seiten: den, der es bezahlt, und den, der es bekommt.

Ursula von der Leyen, (*1958),  ehemalige Bundesarbeitsministerin in einem Focus-Artikel

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