{"id":9708,"date":"2015-03-14T07:20:57","date_gmt":"2015-03-14T06:20:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bg45.de\/?p=9708"},"modified":"2020-08-14T12:10:39","modified_gmt":"2020-08-14T10:10:39","slug":"kinderarmut-erste-reaktionen-auf-die-studie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/9708\/kinderarmut-erste-reaktionen-auf-die-studie\/","title":{"rendered":"Kinderarmut &#8211; Erste Reaktionen auf die Studie"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Kinderarmut.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-9711\" src=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Kinderarmut-300x195.jpg\" alt=\"Kinderarmut\" width=\"300\" height=\"195\" srcset=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Kinderarmut-300x195.jpg 300w, http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Kinderarmut-1024x667.jpg 1024w, http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Kinderarmut-230x150.jpg 230w, http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Kinderarmut-150x98.jpg 150w, http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Kinderarmut.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Reaktionen auf Studie zur Kinderarmut<\/h3>\n<p>Das die ersten Reaktionen auf die Bertelsmannstudie zur Kinderarmut in Deutschland nicht von der Politik kommen, war eigentlich logisch und plausibel. Daf\u00fcr kontern zuerst die Sozialverb\u00e4nde und fordern weitreichende Konsequenzen aus dieser Studie zur Kinderarmut. Aber es sind auch vern\u00fcnftige Stimmen aus der Mainstreampresse zu vernehmen. Anscheinend reizt das Thema die Gem\u00fcter. Nur leider reicht reizen nicht aus, um diese katastrophalen und skandal\u00f6sen Zust\u00e4nde zu bek\u00e4mpfen. Hier ist neben der Politik auch die gesamte deutsche Gesellschaft aufgerufen, f\u00fcr Abhilfe zu sorgen, denn Kinder sind unsere Zukunft.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4>Kinderarmut &#8211; Der Parit\u00e4tische Wohlfahrtsverband bezieht Stellung<\/h4>\n<p>Bereits gestern gab der Parit\u00e4tische eine Pressemeldung als Reaktion zur Studie \u00fcber die Kinderarmut heraus:<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Reaktion auf Bertelsmann-Studie zur Kinderarmut: Parit\u00e4tischer fordert Ma\u00dfnahmenpaket von Bundesregierung<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Mit scharfer Kritik an den Priorit\u00e4ten der Bundesregierung reagiert der Parit\u00e4tische Wohlfahrtsverband auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, wonach in Deutschland mittlerweile jedes sechste Kind unter drei Jahren von Hartz\u00a0IV lebt. Der Verband fordert den z\u00fcgigen Ausbau \u00f6ffentlich gef\u00f6rderter Besch\u00e4ftigung, deutliche Verbesserungen des Kinderzuschlags und eine Reform des Bildungs- und Teilhabepaketes.<\/p>\n<p>\u201eKinderarmut ist in Deutschland ein echtes Massenph\u00e4nomen\u201c, bewertet Ulrich Schneider, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Parit\u00e4tischen Gesamtverbandes das Ergebnis der Bertelsmann-Studie, wonach 17,1\u00a0Prozent der unter 3-J\u00e4hrigen von Hartz\u00a0IV leben m\u00fcssen. Zugleich \u00fcbt er heftige Kritik am Koalitionsvertrag der Bundesregierung, in dem der Begriff der Kinderarmut nicht einmal auftauche. \u201eEs lassen sich bisher keine wirklichen Anstrengungen der Bundesregierung erkennen, Kinderarmut in Deutschland entschieden zu bek\u00e4mpfen\u201c, klagt Schneider. \u201eJedes Jahr, das die Bundesregierung im Kampf gegen die Kinderarmut verstreichen l\u00e4sst, raubt sie den Kindern unwiederbringliche Chancen.\u201c<\/p>\n<p>Der Verband sieht zur Bek\u00e4mpfung der Hartz-IV-Abh\u00e4ngigkeit von Kindern vor allem die Notwendigkeit eines z\u00fcgigen und konsequenten Ausbaus \u00f6ffentlich gef\u00f6rderter Besch\u00e4ftigung. Schneider: \u201eKinderarmut ist fast immer Familienarmut. Wer Kinder aus Hartz IV herausholen will, muss ihren Eltern ausk\u00f6mmliche und l\u00e4ngerfristige Arbeit verschaffen und wo n\u00f6tig auch sozialarbeiterische Hilfen sicherstellen.\u201c Ausdr\u00fccklich unterst\u00fctzt der Verband weiterhin die Forderung von Familienministerin Schwesig nach Verbesserungen des Kinderzuschlages f\u00fcr erwerbst\u00e4tige einkommensschwache Familien. \u201eOhne eine Erh\u00f6hung der Betr\u00e4ge werden immer mehr Familien trotz Erwerbst\u00e4tigkeit mit Hartz\u00a0IV aufstocken m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>L\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig sei dar\u00fcber hinaus die Reform des \u00fcberb\u00fcrokratischen und unzureichenden Bildungs- und Teilhabepaketes f\u00fcr Kinder im Hartz-IV-Bezug. \u201eDas Bildungs- und Teilhabepaket ist v\u00f6llig vermurkst und wird entsprechend auch nur unzureichend abgerufen\u201c, erkl\u00e4rt Schneider. \u201eDie Wege sind zu b\u00fcrokratisch, die 10-Euro-Gutscheine im Monat f\u00fcr den Sportverein oder die Musikschule geradezu besch\u00e4mend niedrig.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h4>Kinderarmut &#8211; Die perverse Logik<\/h4>\n<p>Solange die angeblichen Entscheidungstr\u00e4ger, die Politiker, die diese Zust\u00e4nde \u00e4ndern k\u00f6nnten, aufgrund ihres f\u00fcrstlichen Sal\u00e4rs nicht in die Situation kommen werden, dass ihre eigenen Kinder, sofern vorhanden, in Armut aufwachsen und leben m\u00fcssen, wird die Kinderarmut in Deutschland wohl nie wirksam bek\u00e4mpft werden. Nur wenn ein Mensch eine Situation selber erlebt (hat), kann er sich wirklich in die Lage \u00e4hnlich Betroffener hineinversetzen. Eigentlich m\u00fcsste daher jeder Politiker, der an der Einf\u00fchrung und dem Fortbestand des SGB II beteiligt war und ist, selber zu lebensl\u00e4nglich Hartz\u00a0IV verurteilt werden. Dann k\u00f6nnte sich vermutlich etwas bewegen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind im Hinblick auf die Kinderarmut auch die &#8222;Arbeitgeber&#8220; in der Pflicht. Sie haben durchaus eine soziale Verantwortung der Gesellschaft gegen\u00fcber, da sie schlie\u00dflich hier in Deutschland ihr Geld verdienen. Es lie\u00dfen sich sicherlich gerade im Hinblick auf die Situation von Alleinerziehenden viel mehr Arbeitszeitmodelle schaffen, die Kinder und Arbeit mit einer tats\u00e4chlich existenzsichernden Entlohnung unter einen Hut bringen k\u00f6nnten. Es m\u00fcsste nur der Wille da sein und genau an dem mangelt es.<\/p>\n<h4>Kinderarmut &#8211; Weitere Berichterstattung<\/h4>\n<p>Ein gutes Beispiel f\u00fcr eine seri\u00f6se mediale Berichterstattung zu der Studie zur Kinderarmut stellt ein <a title=\"Kommentar Weser Kurier\" href=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/startseite_artikel,-Fatale-Spaltung-_arid,1079016.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kommentar<\/a> des Journalisten Jan Oppel vom Weser Kurier dar:<\/p>\n<blockquote><p>Kommentar Fatale Spaltung zur Bertelsmann-Studie<\/p>\n<p>Armut grenzt aus. Die Bertelsmann-Studie zeigt einmal mehr, dass Kinder aus Familien, die von Hartz\u00a0IV leben m\u00fcssen, oft schon bei ihrer Einschulung gesellschaftlich abgeh\u00e4ngt sind. Der fr\u00fche Besuch einer Kita kann helfen, raten die Experten. Allerdings nur dann, wenn dort auch Kinder bessergestellter Familien betreut werden. Die soziale Mischung sei entscheidend.<\/p>\n<p>Doch so einfach ist das nicht umzusetzen: Eltern, die es sich leisten k\u00f6nnen, verabschieden sich aus dem staatlichen Betreuungssystem und schicken ihre Kinder lieber in kostspielige Privat-Einrichtungen. Arme Eltern k\u00f6nnen das nicht. Deshalb bleiben ihre Kinder allzu oft unter sich. Folge: Den ohnehin schon Benachteiligten wird der soziale Aufstieg zus\u00e4tzlich erschwert. Sie haben schlechtere Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe, sp\u00e4ter auch Nachteile bei Ausbildung und Jobsuche.<\/p>\n<p>Neu sind all diese Erkenntnisse nicht. Daher muss die Frage erlaubt sein, wie viele solcher Studien denn noch erscheinen m\u00fcssen, bis die Politik endlich handelt. Sie muss schnellstm\u00f6glich ein vern\u00fcnftiges Konzept auf den Weg bringen, mit dem es gelingen kann, diesen verh\u00e4ngnisvollen Trend zur sozialen Spaltung im Kindesalter zu stoppen. Die bisherigen Anstrengungen, so viel steht eindeutig fest, reichen bei Weitem nicht aus.<\/p><\/blockquote>\n<p>Vergessen darf man bei der Kinderarmut und der sozialen Ausgrenzung von ihr betroffener Kinder nicht, dass auch die Gesellschaft eine eindeutige Mitschuld tr\u00e4gt. Denn durch die \u00fcbersteigerte materialistische Grundhaltung der meisten B\u00fcrger unseres Landes und der damit verbunden exzessiven Konsumanbetung als die einzig wahre Religionsform wird schon viel zu fr\u00fch diese fatale Art der Bed\u00fcrfnisbefriedigung an die Kinder weitergegeben. Es f\u00e4ngt doch schon im Kindergarten, sp\u00e4testens aber in der Schule an, dass diese Institutionen in einen Laufsteg der Eitelkeiten umfunktioniert werden. Mehr Schein als Sein und Protzen und Prahlen um jeden Preis sind die neuen Maximen und Ideale unserer Zeit.<\/p>\n<p>Eine L\u00f6sung k\u00f6nnte z.B. die Einf\u00fchrung von Schuluniformen sein. Wer gleich gekleidet ist, unterscheidet sich in seinem \u00e4u\u00dferlichen Status nicht und es entsteht ein Gemeinschafts- und Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl, dessen Bedeutung f\u00fcr die Gesellschaft nicht zu untersch\u00e4tzen ist. Aber wer das zu laut sagt, wird ja gleich wegen der deutschen Vergangenheit mit der faschistoiden Keule bedroht.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #008080;\">Die Gleichheit ist eine sehr nat\u00fcrliche Sache,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #008080;\">aber dabei doch das gr\u00f6\u00dfte Hirngespinst.<\/span><\/p>\n<p>Voltaire (1694 &#8211; 1778)<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf Studie zur Kinderarmut Das die ersten Reaktionen auf die Bertelsmannstudie zur Kinderarmut in Deutschland nicht von der Politik kommen, war eigentlich logisch und plausibel. Daf\u00fcr kontern zuerst die Sozialverb\u00e4nde und fordern weitreichende Konsequenzen aus dieser Studie zur Kinderarmut. Aber es sind auch vern\u00fcnftige Stimmen aus der Mainstreampresse zu&#8230; <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/9708\/kinderarmut-erste-reaktionen-auf-die-studie\/\"> Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr; <\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[175],"tags":[161,62,118,54,166,20,69,25,170,163,85,82,83],"class_list":["post-9708","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik","tag-armut","tag-bedarfsgemeinschaft","tag-diskriminierung","tag-erwerbslose","tag-frauen","tag-hartz-iv","tag-hartz4-berechtigten","tag-jobcenter","tag-leistungsberechtigte","tag-niedriglohn","tag-sgb-ii","tag-sgb-xii","tag-soziales"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9708","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9708"}],"version-history":[{"count":12,"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9708\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11531,"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9708\/revisions\/11531"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9708"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9708"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9708"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}