{"id":7712,"date":"2013-11-22T19:05:39","date_gmt":"2013-11-22T18:05:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bg45.de\/?p=7712"},"modified":"2025-06-25T10:57:52","modified_gmt":"2025-06-25T08:57:52","slug":"langzeitarbeitslosigkeit-nrw-steigt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/7712\/langzeitarbeitslosigkeit-nrw-steigt\/","title":{"rendered":"Langzeitarbeitslosigkeit in NRW steigt!"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><figure><a href=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Langzeitarbeitslosigkeit.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7713\" src=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Langzeitarbeitslosigkeit.png\" alt=\"Langzeitarbeitslosigkeit\" width=\"125\" height=\"150\"><\/a><\/figure>Langzeitarbeitslosigkeit in NRW &#8211; Neuer Report dazu<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde in NRW legen erstmals ihren Arbeitslosenreport&nbsp;NRW vor. Er enth\u00e4lt Zahlen und Fakten, die die Misere bei der Betreuung von Erwerbslosen in NRW durch die Politik, die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit und JobCenter anschaulich vor die Augen f\u00fchrt. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW ist ein Zusammenschluss der NRW-Landesverb\u00e4nde der AWO, der Caritas, des Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverbands, des DRK, der Diakonie und den J\u00fcdischen Gemeinden. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW hat uns dankenswerterweise die Genehmigung erteilt, ihre Pressemitteilung dazu unver\u00e4ndert zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Langzeitarbeitslosigkeit in NRW &#8211; Die traurige Wahrheit<\/h4>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Langzeitarbeitslosigkeit in NRW steigt!<br>Wohlfahrtsverb\u00e4nde legen erstmals \u201eArbeitslosenreport NRW\u201c vor<\/h5>\n\n\n\n<p>Wuppertal \/ D\u00fcsseldorf, 20.11.2013. Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde sind alarmiert: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Nordrhein-Westfalen nimmt stark zu. Sie ist in den vergangenen vier Jahren um 25 Prozent gestiegen \u2013 auf aktuell mehr als 320.000 Menschen. Das geht aus dem \u201eArbeitslosenreport NRW\u201c hervor, den die Verb\u00e4nde jetzt zusammen mit dem Arbeitsmarktforscher Prof. Stefan Sell erstmals ver\u00f6ffentlicht haben. Vom Land fordern die Verb\u00e4nde, die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Besch\u00e4ftigung auszubauen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Langzeitarbeitslosigkeit &#8211; Die Politik zeigt sich ignorant<\/h5>\n\n\n\n<p>\u201eDie offizielle Berichterstattung blendet beunruhigende Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt systematisch aus\u201c, sagt Hermann Zaum, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW. So ist beispielsweise die Zahl der Langzeitarbeitslosen zuletzt drastisch gestiegen: In NRW sind heute 65.000 mehr Menschen langzeitarbeitslos als noch vor vier Jahren. <strong>Zaum: \u201eAllen Jubelmeldungen zum Trotz gehen die vermeintlich oder tats\u00e4chlich positiven Arbeitsmarkt-Trends an einigen Personengruppen komplett vorbei. Anstatt sich dieser Problematik zu stellen, konzentrieren sich Politik und auch viele Jobcenter auf die leichter zu vermittelnden F\u00e4lle. Das ist ein Skandal und Zeichen arbeitsmarktpolitischer Ignoranz!\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Langzeitarbeitslosigkeit &#8211; Ein Zweiklassensystem<\/h5>\n\n\n\n<p>Diese Einsch\u00e4tzung teilt auch der Arbeitsmarktforscher Prof. Stefan Sell: \u201eWir erleben derzeit, wie sich ein Zweiklassen-System der Arbeitslosigkeit entwickelt. Einerseits sinkt die Zahl der Arbeitslosen, die Arbeitslosengeld I beziehen. <strong>Andererseits stecken inzwischen fast drei Viertel aller Arbeitslosen im Hartz IV-System fest. Das sind immerhin \u00fcber eine halbe Million Menschen in NRW.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Langzeitarbeitslosigkeit &#8211; Forderung nach mehr F\u00f6rderung<\/h5>\n\n\n\n<p>Arbeit zu haben ist nach Auffassung der Wohlfahrtsverb\u00e4nde eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr gesellschaftliche Teilhabe. Dass Hunderttausenden diese Teilhabe vorenthalten wird, wollen die Verb\u00e4nde nicht hinnehmen. All jene, die kurzfristig kaum eine Chance auf einen regul\u00e4ren Job haben, brauchen passgenaue und verl\u00e4ssliche F\u00f6rderangebote. Angebote, bei denen die Politik in den vergangenen Jahren jedoch konsequent den Rotstift angesetzt hat. \u201eUm Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist es mit einer einmaligen Qualifizierung oder gar einem Bewerbungstraining nicht getan. F\u00fcr sie brauchen wir mehrj\u00e4hrige Konzepte und \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Besch\u00e4ftigung\u201c, so Zaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde NRW fordern die neue Bundesregierung auf, die Mittelk\u00fcrzungen f\u00fcr&nbsp; entsprechende F\u00f6rderangebote der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit zur\u00fcckzunehmen. Doch nicht nur den Bund sehen die Verb\u00e4nde in der Pflicht. Zaum: \u201eDie rot-gr\u00fcne Landesregierung hat die Bedeutung von \u00f6ffentlich gef\u00f6rderter Besch\u00e4ftigung, also eines Sozialen Arbeitsmarktes, in ihrem Koalitionsvertrag hervorgehoben. Nun ist es an der Zeit, dass sie mehr daf\u00fcr tut!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Hintergrund:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde in NRW ver\u00f6ffentlichen k\u00fcnftig einmal pro Quartal den \u201eArbeitslosenreport NRW\u201c. Darin enthalten sind aktuelle Zahlen und Analysen f\u00fcr Nordrhein-Westfalen; Basis sind Daten der offiziellen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit. Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunktthema. Hinzu kommen Kennzahlen zu Unterbesch\u00e4ftigung, Langzeitarbeitslosigkeit und SBG\u00a0II-Hilfequoten, um l\u00e4ngerfristige Entwicklungen sichtbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Arbeitslosenreport NRW ist ein Kooperationsprojekt der Freien Wohlfahrtspflege NRW mit dem Institut f\u00fcr Bildungs- und Sozialpolitik (IBUS) der Hochschule Koblenz. Ziel der regelm\u00e4\u00dfigen Ver\u00f6ffentlichung ist es, den \u00f6ffentlichen Fokus auf das Thema Arbeitslosigkeit als wesentliche Ursache von Armut und sozialer Ausgrenzung zu lenken, die offizielle Arbeitsmarkt-Berichterstattung kritisch zu hinterfragen und dabei insbesondere die Situation in Nordrhein-Westfalen zu beleuchten.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Langzeitarbeitslosigkeit in Essen<\/h4>\n\n\n\n<p>Auch in Essen ist laut den Daten des&nbsp;<a title=\"Arbeitslosenreport NRW 1\/2013 - Langzeitarbeitslosigkeit\" href=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Berichtes.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berichtes<\/a> die Zahl der Langzeitarbeitslosen deutlich gestiegen. Zwar sind diese Zahlen nur vorl\u00e4ufig. Sollten sie sich letztendlich jedoch als richtig erweisen, so muss man von einem Armutszeugnis sprechen. Das sich unser allseits so beliebter Sozialdezernent Herr Peter Renzel selber ausgestellt hat. Denn den deutlichsten Sprung nach oben gab es in den letzten vier Jahren erst ab 2012. Also nach Umstellung des JobCenters Essen auf eine Optionskommune. Und eine der treibenden Kr\u00e4fte f\u00fcr die Umstellung war nun einmal Herr Renzel. Sobald die endg\u00fcltigen Zahlen vorliegen, werden wir gesondert dar\u00fcber berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier nun die vorl\u00e4ufigen Zahlen zur Langzeitarbeitslosigkeit (Anzahl der Personen) in Essen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>\n<p align=\"center\">Okt. 2009<\/p>\n<\/td><td>\n<p align=\"center\">Okt. 2010<\/p>\n<\/td><td>\n<p align=\"center\">Okt. 2011<\/p>\n<\/td><td>\n<p align=\"center\">Okt. 2012<\/p>\n<\/td><td>\n<p align=\"center\">Okt. 2013<\/p>\n<\/td><\/tr><tr><td>\n<p align=\"center\">13.805<\/p>\n<\/td><td>\n<p align=\"center\">13.854<\/p>\n<\/td><td>\n<p align=\"center\">14.667<\/p>\n<\/td><td>\n<p align=\"center\">16.309<\/p>\n<\/td><td>\n<p align=\"center\">16.665<\/p>\n<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie man sieht, war von 2011 auf 2012 die Steigerung besonders drastisch. Das steht letzten Endes einfach nur f\u00fcr das Versagen des durch die Stadt Essen in Eigenregie gef\u00fchrten JobCenters. Und seit der Umstellung auf die Optionskommune reden wir \u00fcber knapp 2.000 langzeitarbeitslose Menschen mehr. Das ist der Wahnsinn und mit Worten kaum zu beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch beim Anteil der Leistungsberechtigten im Rechtskreis SGB II, also Hartz 4, sehen die Zahlen sehr dramatisch aus. Im Jahr <strong>2010<\/strong> betrug ihr Anteil an allen Erwerbslosen hier in Essen <strong>79%<\/strong>, im Jahr <strong>2011&nbsp;81%<\/strong> und <strong>2012&nbsp;82%<\/strong>. Die Zahlen f\u00fcr 2013 liegen leider noch nicht vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus betrug der Anteil der Leistungsberechtigten nach dem SGB II, die im Jahr 2012 hier in Essen l\u00e4nger als <strong>4 Jahre<\/strong> im Grundsicherungsbezug gefangen waren, <strong>54,55%<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realit\u00e4t.<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Alfred Hitchcock<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langzeitarbeitslosigkeit in NRW &#8211; Neuer Report dazu Die Wohlfahrtsverb\u00e4nde in NRW legen erstmals ihren Arbeitslosenreport&nbsp;NRW vor. Er enth\u00e4lt Zahlen und Fakten, die die Misere bei der Betreuung von Erwerbslosen in NRW durch die Politik, die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit und JobCenter anschaulich vor die Augen f\u00fchrt. 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