{"id":5991,"date":"2013-10-08T17:25:27","date_gmt":"2013-10-08T15:25:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bg45.de\/?p=5991"},"modified":"2026-02-06T11:37:53","modified_gmt":"2026-02-06T10:37:53","slug":"neues-von-possenreissern-aus-jobcenter-pinneberg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/5991\/neues-von-possenreissern-aus-jobcenter-pinneberg\/","title":{"rendered":"Neues von den Possenreissern aus dem JobCenter Pinneberg"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">ALGII-Ratgeber vom JobCenter Pinneberg schockiert viele Leistungsberechtigte<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Juli diesen Jahres holte das JobCenter Pinneberg zu seinem ersten Schildb\u00fcrgerstreich aus. Es ver\u00f6ffentliche in Comicform einen <em>Ratgeber ALGII leicht verst\u00e4ndlich<\/em>, der eine mediale Resonanz quer durch die Republik erzeugte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dieser knapp hundert Seiten lange&nbsp;<em>Ratgeber<\/em> stellt anhand der fiktiven Geschichte der Familie Fischer die Antragsformalit\u00e4ten f\u00fcr Arbeitslosengeld II und die Leistungen des Jobcenters dar. Damit sollte die&nbsp;<em>komplizierte Materie<\/em> verst\u00e4ndlicher gemacht und Zusammenh\u00e4nge aufgezeigt werden, zitiert das Jobcenter Pinneberg seiner Website seinen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Gerold Mellem.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fragw\u00fcrdige Ratschl\u00e4ge durch das&nbsp; JobCenter Pinneberg<\/h4>\n\n\n\n<p>In diesem&nbsp;<em>Ratgeber<\/em> wird u.a. SGBII-Leistungsberechtigten empfohlen, Leistungswasser statt Selters zu trinken. Dar\u00fcber hinaus sollte man nicht unbedingte ben\u00f6tigte M\u00f6bel verkaufen, um so eine zus\u00e4tzliche Einnahme zu erzielen. Oder man sollte zum Vegetarier mutieren und eine Woche lang auf Fleisch verzichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die nicht direkt in die Geschichte eingebundenen Ratschl\u00e4ge k\u00f6nnten SGBII-Leistungsberechtigten die Laune verderben. Sie sollten nicht hungrig einkaufen gehen, statt eines Vollbades duschen oder Steine in alte WC-Sp\u00fclk\u00e4sten legen, um Wasser zu sparen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bundesagentur f\u00fcr Arbeit verteidigt den&nbsp;<em>Ratgeber<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>&#8222;Das sind Tipps, die auch in vielen Zeitungen und Zeitschriften zu finden sind&#8220;, sagte eine BA-Sprecherin. Zudem sei das Heft zum gr\u00f6\u00dferen Teil ein hilfreicher Ratgeber f\u00fcr Beh\u00f6rdeng\u00e4nge. Der Kreis Pinneberg sei au\u00dferdem nicht der erste mit der Idee.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu sei gesagt, da\u00df es schon Diffamierung genug ist, da\u00df dieser Ratgeber in Comicform erschienen ist. Denn man unterstellt pauschal den SGBII-Leistungsberechtigten, da\u00df sie anscheinend zum gr\u00f6\u00dften Teil Analphabeten sind. Und daher nicht mehr in der Lage zu sein scheinen, einen ordentlichen Ratgeber zu lesen. Dar\u00fcber hinaus gibt es so einen <a title=\"SGB-II-Merkblatt-Alg-II\" href=\"https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/datei\/merkblatt-algii_ba015397.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ausf\u00fchrlichen Ratgeber<\/a> in verst\u00e4ndlichem Deutsch bereits. Die BA selber hat ihn erstellt und man kann ihn direkt \u00fcber die Webseite der BA herunterladen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb ist es wohl berechtigt, die Frage nach der Wirtschaftlich- und Sinnhaftigkeit eines zus\u00e4tzlichen Ratgebers eines einzelnen JobCenters zu stellen. Denn das gesamte SGBII ist gepr\u00e4gt von den Begriffen Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Diese gelten eigentlich auch beim Verwaltungshandeln der jeweiligen Beh\u00f6rde.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Kosten f\u00fcr das JobCenter Pinneberg bleiben wohl f\u00fcr immer im Dunkeln!<\/h4>\n\n\n\n<p>In diesen Zusammenhang mu\u00df man sich ernsthaft die Frage nach den Kosten der Erstellung dieses&nbsp;<em>Ratgebers<\/em> stellen. Denn es ist nur schwer vorstellbar, da\u00df so ein professionell aufgemachter&nbsp;<em>Ratgeber<\/em> seitens des JobCenters Pinneberg selber erarbeitet wurde. Es ist vermutlich eher davon auszugehen, da\u00df dieser durch eine Werbeagentur oder \u00e4hnliches konzipiert wurde. Und dabei fallen schnell mal ein paar Tausend Euro an. Und dabei wird das JobCenter Pinneberg tats\u00e4chlichen Kosten wohl nie publizieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wasser predigen, aber Wein saufen!<\/h4>\n\n\n\n<p>Aber anscheinend gilt das Gebot der Wirtschaftlich- und Sparsamkeit nicht f\u00fcr das JobCenter selber. Denn wie <a href=\"https:\/\/www.gegen-hartz.de\/news\/hartz-iv-jobcenter-faehrt-neuerdings-mercedes\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gegen-hartz.de<\/a> berichtet, hat das JobCenter Pinneberg f\u00fcr seinen Fuhrpark im Juni f\u00fcnf Oberklasse-Kombis der Marke Mercedes angeschafft. Und holte so zu seinem zweiten Schildb\u00fcrgerstreich aus. In dem Artikel von <a href=\"https:\/\/www.gegen-hartz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gegen-hartz.de<\/a> wird der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bundes der Steuerzahler, Rainer Kersten, zitiert, der an der Wirtschaftlichkeit des Jobcenters Pinneberg zweifelt. Das JobCenter Pinneberg versucht vertreten durch seinen Pressesprecher dahingehend zu beschwichtigen, da\u00df die Fahrzeuge zu g\u00fcnstigen Konditionen geleast wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir meinen, das Ganze schl\u00e4gt dem Fass den Boden aus, denn viele SGBII-Leistungsberechtigte wissen oft genug nicht, wie sie den Monat \u00fcberstehen sollen. Und hier geht ein JobCenter als ein Sozialleistungstr\u00e4ger bei und g\u00f6nnt sich u.a. f\u00fcr seinen Au\u00dfendienst quasi Luxus pur. Soviel zum Thema soziale Gerechtigkeit.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wirtschaftlich- und Sparsamkeit gilt nur gegen\u00fcber Leistungsberechtigten, aber nicht f\u00fcr das JobCenter Pinneberg selber<\/h4>\n\n\n\n<p>Man mu\u00df sich ernsthaft die Frage stellen, ob es nicht auch&nbsp;<em>kleinere<\/em> Fahrzeuge getan h\u00e4tten. Denn es bleibt ja nicht nur bei den Leasingraten. Fahrzeuge der Oberklasse verursachen nun einmal h\u00f6here Unterhalts- und Wartungskosten. Vor allen Dingen ist der Treibstoffverbrauch wesentlich h\u00f6her als bei Fahrzeugen der Klein- und Mittelklasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem mu\u00df man sich einmal bewusst auf der Zunge zergehen lassen, da\u00df der Landkreis Pinneberg selber nur 17 Fahrzeuge in seinem Fuhrpark hat. Darunter sind u.a. auch Smarts.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur der Landrat des Landeskreises Pinneberg f\u00e4hrt einen BMW.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos Landrat, in diesem Zusammenhang ist die Frage nach den Kontrollinstanzen des JobCenters Pinneberg angebracht. Schlie\u00dflich sind sowohl Landrat als auch Kreistag eigentlich Aufsichtsgremien des JobCenters Pinneberg.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Mainstreampresse schweigt dazu<\/h4>\n\n\n\n<p>Und wie nicht anders zu erwarten, ging diese perfide Vorgehensweise des JobCenters Pinneberg in der Mainstreampresse unter. Es ging kein Aufschrei durch die Medienlandschaft unseres Landes.&nbsp; Und dies, obwohl der Bund der Steuerzahler, eine durchaus etablierte und anerkannte Institution, auf diese Steuermittelverschwendung \u00f6ffentlich hingewiesen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das offenbart die tats\u00e4chliche innere Haltung der etablierten Presse gegen\u00fcber SGBII-Leistungsberechtigten. Hingegen fand der&nbsp;<em>Ratgeber<\/em> durchaus mediale Beachtung. Schlie\u00dflich kann man durch so einen die SGBII-Leistungsberechtigten weiterhin stigmatisieren und ausgrenzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ALGII-Ratgeber vom JobCenter Pinneberg schockiert viele Leistungsberechtigte Im Juli diesen Jahres holte das JobCenter Pinneberg zu seinem ersten Schildb\u00fcrgerstreich aus. 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