{"id":5776,"date":"2013-09-19T17:05:40","date_gmt":"2013-09-19T15:05:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bg45.de\/?p=5776"},"modified":"2014-09-18T12:51:10","modified_gmt":"2014-09-18T10:51:10","slug":"arbeitslosenzahl-so-bekommt-man-runter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/5776\/arbeitslosenzahl-so-bekommt-man-runter\/","title":{"rendered":"Arbeitslosenzahl: So bekommt man sie runter"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: left;\">Ein Beitrag des NDR legt offen, mit welchen Tricks die JobCenter die Arbeitslosenzahl nach unten dr\u00fccken<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Zur Wahl noch schnell mit der Arbeitslosenzahl runter? Kein Problem! Ihr JobCenter hilft! So werden die Arbeitslosen in Hamburg zum Spazierengehen rund um die Binnenalster geschickt. Diese <em>sinnvolle<\/em> Ma\u00dfnahme tr\u00e4gt den sportlichen Name 6000 Schritte und kostet den Steuerzahler mal eben rund sportliche 6000 Euro pro Teilnehmer. Gut investiertes Geld. Oder nicht? Befragte Passenten auf der Stra\u00dfe sind fassungslos. Als <em>rausgeschmissenes Geld<\/em> und <em>erniedrigenden<\/em> wird diese Ma\u00dfnahme von ihnen bewertet. Und wie sehen die betroffenen Teilnehmer das Spazierengehen auf Kosten der Kommune?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Teilnehmer, ein studierter Biologe der als Grafiker t\u00e4tig war, meint, das man sich <em>verarscht f\u00fchlt<\/em>. Es mache zwar Freude um die Alster zu gehen aber das bringt einem in keinster Weise in Arbeit. Der Kurs wurde von den Teilnehmern als Besch\u00e4ftigungstherapie wahrgenommen. Der Biologe ist seit nunmehr vier Jahren arbeitslos und hatte vorher \u00fcber viele Jahre ein Familienmitglied gepflegt. Um auf dem Arbeitsmarkt wieder Fu\u00df fassen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt er dringend spezielle Computerkurse. Daf\u00fcr ist aber meist kein Geld da.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\">Wenn die Wahlen mal wieder vor der T\u00fcr stehen<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr <a title=\"Inge Hannemann ist freigestellt\" href=\"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/4035\/inge-hannemann-ist-freigestellt\/\">Inge Hannemann<\/a> ist der Fall klar. <em>Es geht darum die Menschen in den Ma\u00dfnahmen zu parken<\/em>, meint Frau Hannemann. Wer in einer Ma\u00dfnahme steckt, ist von dem Augenblick an nicht mehr arbeitslos, sondern nur noch arbeitsuchend. Damit f\u00e4llt er aus der Arbeitslosenstatistik und die Arbeitslosenzahl sinkt. Mit solchen Tricks verschwinden in Hamburg mal eben 28.647 Arbeitslose aus der Statistik. Ein toller Erfolg. Besonders f\u00fcr die F\u00fchrungskr\u00e4fte der JobCenter. Die bekommen dicke Leistungspr\u00e4mien f\u00fcr jeden Vermittelten. Wobei es egal ist ob der Vermittelte in Arbeit oder in eine Ma\u00dfnahme vermittelt wurde. Laut Hannemann taucht das Ph\u00e4nomen der verst\u00e4rkten Vermittlung in Ma\u00dfnahmen alle vier Jahre vor der Wahl auf. Hier soll schnell noch die Arbeitslosenzahl sch\u00f6ngerechnet werden. Die noch amtierende Regierung kann dann behaupten, sie habe mit ihren politischen Ma\u00dfnahmen erfolgreich die Arbeitslosenzahl gesenkt. Dann werden dem geneigten W\u00e4hler noch schnell die Zahlen der erfolgreichen Vermittlung in Arbeit pr\u00e4sentiert. Wobei dann wohlweislich zu erw\u00e4hnen vergessen wird, wie viele davon in prek\u00e4re Arbeit vermittelt wurden. Und dadurch fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wieder vor dem JobCenter stehen. Besonders dann, wenn der neue tolle Job zeitlich befristet ist.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\">Wir arbeiten nicht f\u00fcr die Zahlen, wir arbeiten f\u00fcr die Menschen<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\">Dies ist das Credo, das ma\u00dfgeblich ist f\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit in den JobCentern. So stellt es zumindest Thomas Letixerant, seines Zeichens Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, dar. <em>Da gibt es keinen Raum f\u00fcr Grauzonen und da gibt es auch keinen Raum f\u00fcr F\u00e4lschungen<\/em>, so Thomas Letixerant weiter. Es gebe keine Fehlplanungen, in Hinblick auf die Darstellung, das Geld f\u00fcr sinnfreie Ma\u00dfnahmen ausgegeben wird. Das Geld, das dann bis zum Jahresende fehlt, um damit individuelle Ma\u00dfnahmen finanzieren zu k\u00f6nnen. Er sieht auch die Regionaldirektion als v\u00f6llig unverd\u00e4chtig an, in Bezug auf ein Anwachsen der Ma\u00dfnahmen alle vier Jahre zur Wahl.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\">Manipulationen bei den Arbeitsagenturen<\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\">Nach einem Pr\u00fcfbericht des Bundesrechnungshofs gibt es sehr wohl Manipulationen. Zumindest bei den Arbeitsagenturen. Der Bundesrechnungshof stellte arbeitsmarktpolitische Ma\u00dfnahmen fest, die gezielt eingesetzt wurden um Daten von Langzeitarbeitslosen aus den Controllingdaten zu entfernen. Kurz, es wird gemauschelt und betrogen das sich die Balken biegen. Mit billigen Zahlenspielereien, die dem Steuerzahler viel Geld kosten und den Betroffenen nichts bringen, wird die Statistik sch\u00f6ngerechnet. Und das alles nur um dem Wahlvolk eine m\u00f6glichst niedrige Arbeitslosenzahl pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. \u00c4rmer geht&#8217;s nicht. Wer sich den NDR-Beitrag in seiner G\u00e4nze ansehen m\u00f6chte, findet ihn hier: <a title=\"Arbeitslosenzahl: Die Tricks der Jobcenter\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=a9lzmcKq9-8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitslosenzahl: Die Tricks der Jobcenter<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag des NDR legt offen, mit welchen Tricks die JobCenter die Arbeitslosenzahl nach unten dr\u00fccken Zur Wahl noch schnell mit der Arbeitslosenzahl runter? Kein Problem! Ihr JobCenter hilft! So werden die Arbeitslosen in Hamburg zum Spazierengehen rund um die Binnenalster geschickt. 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