{"id":2109,"date":"2012-11-01T09:50:57","date_gmt":"2012-11-01T09:50:57","guid":{"rendered":"http:\/\/bg45.de\/?p=2109"},"modified":"2025-07-23T12:57:15","modified_gmt":"2025-07-23T10:57:15","slug":"in-welchem-essener-amt-verschwinden-akten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/2109\/in-welchem-essener-amt-verschwinden-akten\/","title":{"rendered":"In welchem Essener Amt verschwinden Akten?"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verschwinden in Essener \u00c4mter Akten?<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit dieser Frage und einigen anderen emp\u00f6rt sich ein Leistungsberechtigter in einem offenen Brief (26.10.2012), der an alle Fraktionen im Rat der Stadt Essen gesendet wurde.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Sehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister, werter Rat der Stadt Essen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie lange tr\u00e4gt der Rat der Stadt Essen noch die Entscheidung, sich als Optionskommune f\u00fcr die ALG II Bezieher der Stadt Essen, verantwortlich zu f\u00fchlen, und die Entscheidungen des Sozialdezernenten mitzutragen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben heute den 26.10.2012, 12:31Uhr. Ich habe soeben von 11:53 bis 12:20 in der Warteschleife der so genannten Servicehotline des Jobcenters Essen gehangen, ohne einen Kontakt zu einem oder einer Sachbearbeiterin zu bekommen. Ich habe, im Hinblick auf das Guthaben meiner Prepaidkarte dann die Verbindung beendet. Die Stadt Essen ist seit dem 01.01.2012 Optionskommune. Von all den vollmundigen Versprechen ihres Sozialdezernenten, \u00fcber einen nahtlosen und vor allem reibungslosen \u00dcbergang von der Arge hin zur Stadt Essen, ist nichts als Frust f\u00fcr alle Betroffenen geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Pleiten, Pech und Pannen begleiten diesen \u00dcbergang, der bis heute nicht abgeschlossen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Von weiteren Ank\u00fcndigungen im Mai, ab August w\u00fcrde eine neue Telefonanlage installiert, sodass keine Probleme in der Erreichbarkeit mehr best\u00fcnden, hier bedenke man dass zu dieser Zeit die Stadt Essen schon f\u00fcnf Monate Optionskommune war, \u00fcber einen Bearbeitungsstau bei Neu-, und Weiterbewilligungsantr\u00e4gen, bis hin zu willk\u00fcrlich, sachlogisch nicht nachzuvollziehbaren An-, und Abmeldungen der Bed\u00fcrftigen bei ihren zust\u00e4ndigen Krankenkassen. Ganz zu schweigen von Antr\u00e4gen die auf merkw\u00fcrdige Weise im Jobcenter verschwinden, und auf mysteri\u00f6se Weise irgendwann wieder auftauchen, wenn sie es denn tun.<\/p>\n\n\n\n<p>In welchem weiteren Amt der Stadt Essen gehen denn Anschreiben und Akten verloren? Wie erkl\u00e4rt man einem m\u00fcndigen B\u00fcrger diesen Umstand?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mehraufwand der hier produziert wird, l\u00f6st selbstverst\u00e4ndlich auch bei den Krankenkassen und&nbsp;den Sozialversicherungstr\u00e4gern Mehraufw\u00e4nde aus, die nicht entstanden w\u00e4ren, wenn die Sachbearbeiter in den Jobcentern der Stadt Essen ihre Arbeit pflichtbewusst erledigt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt, dass jeder einzelne Bescheid der vom Jobcenter ergeht, und in seiner Sache unlogisch und falsch ist, ein zweites und drittes Mal bearbeitet werden muss. Wer wundert sich da, dass ein Antragstau entsteht. Ganz zu Schweigen von dem, was es f\u00fcr die Hilfebed\u00fcrftigen Betroffenen ausl\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Als weiteres \u00dcbel kommen Einladungen zu Gespr\u00e4chen zu einem Termin, der zwei Wochen vor Erstellung der Einladung liegt. Oder Wohngemeinschaften die pl\u00f6tzlich zu Bedarfsgemeinschaften werden. Da werden Nachbarn ausgehorcht um an Informationen zu kommen, die man von den Betroffenen doch selbst einholen k\u00f6nnte, wenn man einen Termin mit ihnen gemacht h\u00e4tte. Wie sich diese Betroffenen f\u00fchlen, zumal wenn es sich um in einer Wohngemeinschaft lebenden Personen m\u00e4nnlichen Geschlechts handelt, und weiterhin in ihrem Umfeld leben m\u00f6chten oder m\u00fcssen, m\u00f6chte ich gar nicht dr\u00fcber nachdenken. Das ist f\u00fcr mich eine eindeutige sexuelle Diskriminierung, durch das Jobcenter. Tratsch im Treppenhaus gibt es nicht erst seit Heidi Kabel.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres \u00c4rgernis ist die Bearbeitung von Leistungen f\u00fcr Minijobber. Jeder der die M\u00f6glichkeit hat, einen Minijob anzunehmen wird sicher gerne diese M\u00f6glichkeit nutzen, um sich etwas dazu zu verdienen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis noch keinen Minijobber gefunden, der einen halbwegs sachlogisch nachzuvollziehbaren Bescheid von seinem zust\u00e4ndigen Jobcenter in H\u00e4nden gehalten h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kann doch nicht so schwer sein von vierhundert \u20acuro, einen Freibetrag von einhundert Euro abzuziehen, und von den verbleibenden dreihundert Euro zwanzig Prozent auszurechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erschreckender Weise ist das Internet voll von all diesen Vorg\u00e4ngen die das Jobcenter Essen betreffen. Da dr\u00e4ngt sich einem die Frage auf, ob die Mitarbeiter der Jobcenter der Stadt Essen von heute auf morgen nicht mehr wissen was sie tun. Zumindest seit dem 01.01.2012. Durch eine Systemumstellung, die auch bis heute nicht abgeschlossen zu sein scheint, ist dies sicher nicht zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Man stelle sich einmal vor, unser Sozialdezernent w\u00e4re in der freien Wirtschaft t\u00e4tig, wie lange h\u00e4tte er sich dort in einem solchen Projekt gehalten? Sicher w\u00e4re er heute schwer vermittelbar.<br>Sehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister, werter Rat der Stadt Essen,<\/p>\n\n\n\n<p>werden Sie ihrer sozialen Verantwortung gerecht, machen Sie diesem Trauerspiel ein Ende und geben Sie die Verantwortung an die Arge zur\u00fcck. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Oder wie lange wollen Sie den Hilfebed\u00fcrftigen diese Zust\u00e4nde noch zumuten?<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor ich mit dem Ministerium f\u00fcr Arbeit, Integration und Soziales und dem Petitionsausschuss des Landes Nordrhein-Westfalen Kontakt aufnehme, verbleibe ich, in Erwartung ihrer Stellungnahme.<\/p>\n\n\n\n<p>Hochachtungsvoll<\/p>\n\n\n\n<p>Helmut Meyer<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nachfolgend der Schriftverkehr zwischen Herrn Meyer und dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Fraktion DIE LINKE.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 29. Oktober 2012 17:19 schrieb J\u00f6rg B\u00fctef\u00fcr &lt;<a title=\"mailto:j.buetefuer@linksfraktion-essen.de\" href=\"mailto:j.buetefuer@linksfraktion-essen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">j.buetefuer@linksfraktion-essen.de<\/a>&gt;:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Sehr geehrter Herr Meyer,<\/p>\n\n\n\n<p>vielen Dank f\u00fcr die Schilderung Ihrer Erlebnisse und Einsch\u00e4tzungen. Aus unserer Sicht ist dies sehr wichtig, damit diejenigen, die die Entscheidung f\u00fcr die Optionskommune zu verantworten haben, auf die Folgen ihres Handelns hingewiesen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Sie wahrscheinlich wissen, haben leider mit Ausnahme unserer Fraktion alle anderen Fraktionen der Beschlussvorlage, dass Essen Optionskommune wird, zugestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden fraktionsintern beraten, ob wir Ihre Schilderungen zum Anlass nehmen, einen erneuten Vorsto\u00df zur R\u00fcckabwicklung dieser Fehlentscheidung (aus unserer Sicht) zu unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gru\u00df<br>J\u00f6rg B\u00fctef\u00fcr<br>Fraktionsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer \/Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Essen<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz-Renner-Haus<br>Severinstra\u00dfe 1<br>45127 Essen<\/p>\n\n\n\n<p>Tel. 0201 &#8211; 17543313<br><a href=\"https:\/\/www.linksfraktion-essen.de\/aktuell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.linksfraktion-essen.de<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die R\u00fcckmeldung von Herrn Meyer:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Sehr geehrter Herr B\u00fctef\u00fcr,<\/p>\n\n\n\n<p>vielen Dank f\u00fcr Ihre Reaktion. Sie sind der Erste, der mir geantwortet hat, daf\u00fcr meinen herzlichen Dank.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich an Schilderungen und an pers\u00f6nlichen Erlebnissen nieder geschrieben habe,&nbsp;ist nur die Spitze eines Eisberges. Setzen sie sich mal einen Vormittag in eines der Jobcenter auf eine Bank und h\u00f6ren sie einfach nur zu was dort von Betroffenen erz\u00e4hlt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Schecks, die den Leistungsempf\u00e4ngern zugestellt werden, sind nicht frei geschaltet, das Jobcenter S\u00fcd soll seit 2011 keine Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge entrichtet haben. Die Liste scheint endlos. Es muss doch ein Kontrollorgan \u00fcber den Jobcentern stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man stelle sich ein Unternehmen vor, welches auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet ist, welches so agieren w\u00fcrde.&nbsp;Es w\u00e4re komplett mit sich selbst und mit der Aufarbeitung falsch produzierter Produkte besch\u00e4ftigt. Wovon w\u00fcrde solch ein Unternehmen existieren? Es w\u00e4re nach 3 Monaten insolvent.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders die Jobcenter.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich ist das SGB II an manchen Stellen etwas schwammig, was ein `\u00b4Ermessen\u00b4\u00b4 des Sachbearbeiters zul\u00e4sst. So weit, so gut. Aber das SGB II sieht keine verloren gegangen Akten vor, keinen Antragsstau bei irgendwelchen Systemumstellungen, oder \u00e4hnliches vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist f\u00fcr keinen B\u00fcrger nachvollziehbar, wie in einem Amt Akten verloren gehen k\u00f6nnen. Und wie in meinem ersten Schreiben gemutma\u00dft, in welchen anderen \u00c4mtern gehen denn&nbsp; noch Akten verloren? Ich denke mal in keinem anderen. Warum also bei den Jobcentern?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer l\u00e4sst solche Entschuldigungen zu?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe am 4.4.2012 einen WBA gestellt, der vom Amt am 20.4.2012 beschieden wurde. Am 28.9.2012 habe ich den darauf folgenden WBA gestellt, der bis zum heutigen Tag nicht beschieden worden ist, an meinen Lebensumst\u00e4nden hat sich nichts ge\u00e4ndert. Ich bin mir auch absolut sicher, dass morgen kein Geld auf meinem Konto sein wird. Nur wann dann? Alle Lastschriften werden zur\u00fcck gebucht, wer tr\u00e4gt diese Kosten? Den Berechtigungsschein f\u00fcr das Sozialticket bekomme ich auch nur dann, wenn ich den WB Bescheid in H\u00e4nden halte, und bis dahin?<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Schicksal ist nur eines in einer scheinbar endlosen Reihe.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist auch nicht absehbar, dass sich diese Zust\u00e4nde \u00e4ndern. Wie bringt man die Jobcenter wieder zur BA? Durch eine B\u00fcrgerinitiative? Durch Unterschriften sammeln?<\/p>\n\n\n\n<p>Alles w\u00e4re machbar. Nur es m\u00fcsste bald was geschehen&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Helmut Meyer<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wir kennen die Antwort seit 2005, es gibt in der Stadt Essen nur dieses eine Amt, welches ein eigenes Such- und Fundb\u00fcro einrichten m\u00fc\u00dfte.&nbsp;W\u00e4re das <em>Verschwinden lassen<\/em> Methode, k\u00f6nnte durch verz\u00f6gerte- oder Nichtbearbeitung Geld eingespart werden. M\u00f6glicherweise beschlie\u00dft die Lenkungsgruppe jedes Jahr, wie viele Millionen wo &#8211; bei der KdU zum Beispiel, oder durch ungerechtfertigt verh\u00e4ngte Sanktion &#8211; bei den Leistungsempf\u00e4ngerInnen einbehalten werden k\u00f6nnen. Aber diese negative Interpretation trifft sicher nicht zu. In jedem JobCenter der Stadt Essen hat sich wahrscheinlich heimlich still und leise, ohne Wissen der Verantwortlichen, eine Quantensingularit\u00e4t eingeschlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verschwinden in Essener \u00c4mter Akten? 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