{"id":10604,"date":"2015-05-13T06:27:56","date_gmt":"2015-05-13T04:27:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bg45.de\/?p=10604"},"modified":"2015-05-13T06:27:56","modified_gmt":"2015-05-13T04:27:56","slug":"prozent-wenn-zahlen-anonymisieren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bg45.de\/index.php\/10604\/prozent-wenn-zahlen-anonymisieren\/","title":{"rendered":"Prozent &#8211; Wenn Zahlen anonymisieren"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Prozent.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-10605\" src=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Prozent-225x300.jpg\" alt=\"Prozent\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Prozent-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Prozent-113x150.jpg 113w, http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Prozent.jpg 481w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Wieviel Prozent bedeuten in der Realit\u00e4t was?<\/h3>\n<p>Die Frage, was hinter den Zahlen in Prozent steht, dr\u00e4ngt sich einem unbewusst auf, wenn man die neuste Studie des Instituts f\u00fcr Arbeit (<a href=\"http:\/\/www.bg45.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/IAB.pdf\">IAB<\/a>) liest. Im Auftrag der Bertelsmannstiftung hat das IAB untersucht, wie sich ein SGB&nbsp;II-Leistungsbezug (Hartz&nbsp;IV-Bezug) der Eltern auf deren Kinder auswirkt. Zwar ist es schon als Hohn zu bezeichnen, dass ausgerechnet die Bertelsmannstiftung als Verfasserin des SGB&nbsp;II diese Studie veranlasst hat, jedoch bringt sie ern\u00fcchternde Zahlen auf den Tisch. Die verdeutlichen wie stark Kinderarmut in Deutschland tats\u00e4chlich verbreitet ist und was f\u00fcr Konsequenzen sie f\u00fcr die betroffenen Kinder hat.<\/p>\n<p>Wir haben zwar bereits des \u00d6fteren \u00fcber das Thema Kinderarmut berichtet, jedoch kann es einfach nicht oft genug angeprangert werden. Wieviele wissenschaftlich fundierte Studien m\u00fcssen denn noch ver\u00f6ffentlicht werden, bevor sich endlich etwas \u00e4ndert?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4>Prozent &#8211; Die Thematik<\/h4>\n<p>Zur Einf\u00fchrung nun erst einmal ein <a href=\"http:\/\/www.fuldainfo.de\/fdi\/studie-mangel-und-verzicht-praegen-alltag-von-26-millionen-kindern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kurzbericht<\/a> von fuldainfo.de:<\/p>\n<blockquote><p>Berlin. Eine Studie des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt, wie der Alltag von 2,6&nbsp;Millionen Kindern von Verzicht und Mangel gepr\u00e4gt ist. Demnach machen 76&nbsp;Prozent der Kinder aus einkommensarmen und von Hartz&nbsp;IV abh\u00e4ngigen Familien noch nicht einmal eine Woche Urlaub im Jahr, berichtet das Nachrichtenmagazin \u201cDer Spiegel\u201d. Bei Kindern, die in gesicherten Verh\u00e4ltnissen aufwachsen, seien es hingegen nur 21&nbsp;Prozent. 54&nbsp;Prozent der armutsgef\u00e4hrdeten Kinder k\u00f6nnen laut Studie nicht mindestens einmal im Monat ins Kino, Theater oder Konzert gehen. 31&nbsp;Prozent k\u00f6nnten nicht einmal im Monat Freunde zum Essen einladen. Bei Antworten auf die Frage, ob sie sich ab und zu neue Kleidung kaufen k\u00f6nnten, sagten 29&nbsp;Prozent nein. 14&nbsp;Prozent haben der Studie zufolge kein Internet, zehn Prozent besitzen keine ausreichende Winterkleidung. \u201cDie staatliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr arme Familien orientiert sich zu wenig an den Bedarfen der Kinder und wird ihnen deshalb oftmals nicht gerecht\u201d, hei\u00dft es in der Studie. +++ fuldainfo<\/p><\/blockquote>\n<h4>Prozent &#8211; Mehr Informationen<\/h4>\n<p>Hierzu hat die Bertelsmannstiftung auf Ihrer <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2015\/mai\/bedarfslagen-von-familien-in-prekaeren-lebensverhaeltnissen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Webseite<\/a> weitere Informationen ver\u00f6ffentlicht, die auch Daten einer zweiten Studie beinhalten, die nur kostenpflichtig zu erwerben ist. <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Allerdings wird auch seitens der Bertelsmannstiftung deutlich gemacht, dass Eltern im SGB&nbsp;II-Leistungsbezug eben nicht dem in der \u00d6ffentlichkeit weit verbreiteten Klischee der Rabeneltern entsprechen, die ihr ganzes Geld f\u00fcr Tabak, Alkohol, Flatscreens und Handys verprassen, sondern genauso wie andere, vorgeblich &#8222;normale&#8220; Eltern um das Wohl ihrer Kinder besorgt sind.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Daher nun auszugsweise Zitate aus der Ver\u00f6ffentlichung:<\/p>\n<blockquote><p>In der Bundesrepublik wachsen 2,1&nbsp;Millionen unter 15-J\u00e4hrige in Familien auf, deren Einkommen unter der Armutsgef\u00e4hrdungsgrenze liegt. Eine repr\u00e4sentative Befragung des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verdeutlicht, was Armut f\u00fcr den Alltag der Kinder bedeutet: Er ist gepr\u00e4gt von Verzicht und einem Mangel an Teilhabe. F\u00fcr eine zweite Untersuchung haben Armutsforscherinnen der Universit\u00e4t Frankfurt vertiefende Interviews mit Eltern und Fachkr\u00e4ften gef\u00fchrt. Demnach kann das staatliche Unterst\u00fctzungssystem Armut nur unzureichend auffangen.<\/p>\n<p><strong>Unterversorgung f\u00fcr viele Kinder in SGB-II-Familien der Normalfall<\/strong><\/p>\n<p>Das IAB hat den Lebensstandard von Kindern aus SGB-II-Haushalten untersucht und mit der Situation von Kindern in gesicherten Einkommensverh\u00e4ltnissen verglichen. W\u00e4hrend im Bereich der elementaren Grundversorgung nur geringe Benachteiligungen vorliegen, zeigen sich in anderen Bereichen deutlichere Unterschiede: 20&nbsp;Prozent der Kinder im Grundsicherungsbezug leben aus finanziellen Gr\u00fcnden in beengten Wohnverh\u00e4ltnissen \u2013 gegen\u00fcber 3,9&nbsp;Prozent der Kinder, die in gesicherten Einkommensverh\u00e4ltnissen aufwachsen (\u00dcbrige). Drei von vier Kinder, deren Eltern SGB-II-Leistungen erhalten, k\u00f6nnen keinen Urlaub von mindestens einer Woche machen (\u00dcbrige: 21&nbsp;Prozent), 14&nbsp;Prozent leben in Haushalten ohne Internet (\u00dcbrige: 1&nbsp;Prozent), 38&nbsp;Prozent in Haushalten ohne Auto (\u00dcbrige: 1,6&nbsp;Prozent) und knapp einem Drittel ist es aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich, wenigstens einmal im Monat Freunde zum Essen nach Hause einzuladen (\u00dcbrige:&nbsp;3,3 Prozent). Bei jedem zehnten Kind mit SGB-II-Bezug besitzen nicht alle Haushaltsmitglieder ausreichende Winterkleidung (\u00dcbrige: 0,7&nbsp;Prozent).<\/p>\n<p>Das Aufwachsen von Kindern in armutsgef\u00e4hrdeten Familien ist vielfach gepr\u00e4gt von einem B\u00fcndel an Problemen. Das zeigen Familieninterviews der Armutsforscherinnen Sabine Andresen und Danijela Galic (Universit\u00e4t Frankfurt). Zur chronischen Geldnot kommen oftmals Krankheiten, Trennung der Eltern, beengte Wohnverh\u00e4ltnisse und unsichere Schulwege hinzu. Erziehung bedeutet f\u00fcr die Eltern h\u00e4ufig Erkl\u00e4rung von Nein-Sagen und Verzicht. <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Eine gro\u00dfe Belastung, denn auch bei einkommensschwachen Eltern sind die Kinder der Lebensmittelpunkt: Sie w\u00fcnschen sich f\u00fcr ihre Kinder vor allem gute Bildung und sind bereit, daf\u00fcr eigene Bed\u00fcrfnisse zur\u00fcckzustellen.<\/strong> <\/span><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<blockquote><p><strong><span style=\"color: #ff6600;\">Ausgrenzung erzeugt Gewalt. Kultur ist eine der Einrichtungen, bei denen man das \u00e4ndern kann.\u00a0 <\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Peter Sodann &#8211; deutscher Schauspieler<br \/>\n<\/span><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieviel Prozent bedeuten in der Realit\u00e4t was? Die Frage, was hinter den Zahlen in Prozent steht, dr\u00e4ngt sich einem unbewusst auf, wenn man die neuste Studie des Instituts f\u00fcr Arbeit (IAB) liest. 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